Hohenaschau

Am nächsten Morgen klingelte das iPhone um 5 Uhr.

Shit dachte ich mir, heute hätte ich echt länger schlafen können. Es war Vollmond und ich hatte ziemlich schlecht geschlafen. 

Aber es nützt ja nichts, bin ja nicht zum Ausschlafen hier. Also auf, Katzenwäsche und gemütlich frühstücken.

Nachdem ich gegen 06:45 Uhr fertig war mit dem Frühstück, suchte ich  noch eine Wanderung raus, die ich heute machen wollte.

Die Entscheidung fiel mir heute Morgen viel leichter als gestern. Ich entschloss mich, nur ca. 7 Kilometer weiter nach Hohenaschau zu fahren und dort auf dem Spielberg zu gehen.

Gesagt, getan. Ich informierte Rita über die Tour und fuhr die 10 Minuten nach Hohenaschau.

Dort parkte ich auf dem Festplatz. Dieser kostet bis zu 4 Stunden 3 Euro, ab 5 Stunden zahlt man 5 Euro und kann dann aber dafür  24 Stunden stehen. Es steht aber ein Hinweis “Camping verboten”. Wie gestern konnte man die Parkgebühren mit der App: Parknow zahlen.

Diese Wanderung habe ich aus dem “Rothe Wanderführer Chiemgau”*.

Dort ist sie mit 4 Stunden angegeben. Passt, dachte ich mir.

Spielberg

Am Anfang ging es ein kurzes Stück an der Dorfstraße entlang, bis man auf dem Wanderweg links abbog.

Das erste Stück ging man auf einen breiten Wanderweg. Nach ca. 500 Meter wird der Weg schmäler und steiler.

Man überwindet dabei auf 1,5 Kilometer ca. 380 Höhenmeter. Immer wieder machen die Bäume die Sicht frei auf das Tal und man hat eine großartige Aussicht auf Hohenaschau und die Kampenwand.

Kampenwand
Aussicht zur Kampenwand

Hoferalm

Oben angekommen, geht man an der Hoferalm vorbei auf einen relativ breiten Bergwanderweg. Man hält sich einfach immer Richtung Riesenhütte.

Nach ca. 2 Kilometer auf dem Bergwanderweg verlasse ich den Wanderweg Richtung Riesenhütte und hielt mich links. Ich bog auf einen kleinen, steilen Weg ab. Ab jetzt lag auch schon wieder Schnee. Ich schätze, ich war in diesem Moment auf ca. 1000 Meter über null. Denn die Hofalm ist mit 970 Meter angegeben.

Na, so schlimm wie gestern, wird es schon nicht werden, dachte ich mir. 

Der Weg ist steinig und mit Wurzeln übersät. Dazu kamen noch eisige Stellen.

Diese Bergwanderung umrundet den Spielberg. Man könnte auch leichter zur Riesenhütte gehen, aber ich will ja die Natur genießen und nicht auf dem schnellsten Weg zu einer Hütte.

Riesenhütte

Auf jeden Fall ging es durch hohen Schnee bis zur Riesenhütte, es hatte dort oben bestimmt stellenweise noch 1,30 Meter Schnee. Oft konnte man auf dem gefrorenen Schnee gut gehen und es ging echt gut voran. Aber stellenweise, wo der Schnee angetaut wart, versank man bis zu den Knien. Ich bin sogar zweimal bis zur Hüfte im Schnee eingesackt.

Schneelage
Hier sieht man gut die Schneehöhe

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keinen einzigen anderen Wanderer gesehen. Herrlich, diese Ruhe. Man hörte nur die Vögel zwitschern und es herrschte eine traumhafte Stille.

Bei der” Holzerhütte” machte ich eine gute viertel Stunde Pause. Ich genehmigte mir einen Becher heißen Tee und genoss die Sonne. Herrlich.

Danach ging es nochmal ziemlich steil zur Sache. Wäre nicht soviel Schnee gelegen, dann wäre der weitere Aufstieg nicht so schlimm gewesen. Der Schnee zehrte schon ziemlich an der Kraft.

Aber nichtsdestotrotz, war es bis dorthin eine traumhafte Tour. Auf einmal tat sich eine Hochebene auf, ich hatte die Riesenalm erreicht. Von weitem sah man auch schon die Riesenhütte, die natürlich zu diesen Zeiten wie alle Gaststätten hier in Bayern geschlossen ist.

Miasanontor
Einfach schön 🙂

Ich setzte mich auf einen Baumstamm und machte in der Sonne eine Pause. Trank nochmals einen Becher heißen Tee und aß einen Apfel.

Ab hier kamen mir auch wieder mehrere Wanderer entgegen. Diese kamen über den Hauptweg von Frasdorf oder von Hohenaschau ,ohne den Umweg über die Holzhütte rauf. Dieser Weg ist auf jedem Fall der leichtere Aufstieg auf die Riesenhütte, auch mit weniger Schnee. Aber bei weitem nicht so schön.

Riesenhütte
Riesenhütte des DAV

Was mir gestern bei der Wanderung auf dem Geigelstein schon aufgefallen ist, früher haben sich die Wanderer immer gegrüßt. Im Moment merke ich, wenn man jemanden grüßt, der einen entgegenkommt, dass dieser nur den Kopf nach unten dreht und den anderen Wanderer keinen Blick zuwirft!

Ich weiß nicht, liegt das an der Corona-Pandemie, dass die Leute immer grantiger werden? Fragen über Fragen.

Frisch gestärkt, machte ich mich nun bereit für den Abstieg.

Der Weg war zwar besser als der Aufstieg, aber runter mit Schnee und Eis ist nicht so leicht. Bin sehr froh über meine neuen Wanderstöcke. Bis letztes Jahr ging ich immer ohne Wanderstöcke.

Aber durch meine kaputten Knie, ich kenne es halt hauptsächlich beim Abstieg, da schmerzen die Knie ziemlich. Dachte ich mir, dann probierst du es halt mal mit Stöcken aus.

Wanderstöcke

Also suchte ich diesem Frühjahr mal nach Wanderstöcke. Es sollte auf jedenfalls Stöcke aus Carbon werden. Denn meine Walkingstöcke sind ebenfalls aus Carbon und ich finde das Material echt gut. Leicht und doch sehr stabil.

Auf Amazon entdeckte ich Wanderstöcke* aus Carbon von einem deutschen Hersteller. Dieser ist noch ziemlich neu im Outdoorbereich, aber die Stöcke gefielen mir auf Anhieb sehr gut und somit bestellte ich sie mir. Sollten sie mir nicht zusagen, kann man sie ja bei Amazon ohne große Probleme zurücksenden.

Da aber im März das Wetter heuer so schlecht war, konnte ich sie nicht testen. Wenn sie Schrott gewesen wären, hätte ich sie innerhalb des 14-tägigen Rückgaberechts nicht mehr zurücksenden können. Der erste Eindruck zu Hause war echt positiv. Die Wanderstöcke* kommen in einer Tasche. Mit allem, was man braucht. Schneeteller, normaler Teller, Gummistöpsel und Gummischuhe für den Teer. Sie lassen sich sehr schnell auf die passende Größe einstellen. Ach ja, die  Stöcke sind von “Effekt Manufaktur”. Ich kann diese jetzt nach mehrere Wanderungen echt empfehlen. Wenn man Carbon Wanderstöcke* sucht, aber nicht 100 oder mehr Euro ausgeben möchte, dann sind diese echt eine Empfehlung wert. Ach ja, ich werde von der Firma nicht gesponsert 🙂

Habe sie auch selbst gekauft. Nur, wenn ihr über den Link die Wanderstöcke* kauft, dann bekomme ich eine kleine Provision von Amazon. Für euch ändert sich am Preis überhaupt nichts.

Hier gibt es die Wanderstöcke

Der Abstieg

Wie es beim Bergwandern immer so ist, geht der Abstieg viel flotter als der Aufstieg. Nur das letzte steile Stück ging trotz Stöcke ziemlich auf die Knie.

Auf jeden Fall kann ich diese Wanderung nur jedem wärmstens empfehlen, der die Natur genießen will.

Nur würde ich keinem diese Wanderung empfehlen, solange noch Schnee liegt. Da gibt es doch die ein oder andere Stelle, die nicht ohne ist.

Wenn der Schnee weg ist, ist das wirklich eine sehr schöne Rundwanderung.

Gegen 13 Uhr war ich wieder am Parkplatz in Hohenaschau, wo mein Camper auf mich wartete, angekommen.

Jetzt erst mal einen leckeren  Kaffee und die Füße kurz hochlegen.

Danach arbeitete ich ein bisschen was am Laptop. Überlegte, ob ich heute noch nach Reit im Winkl fahren sollte. Ich entschloss mich aber, dass ich hier die Nacht verbringen werde. Die Parkgebühren bis morgen 07:30 Uhr hatte ich bereits bezahlt. Dachte nämlich, dass ich in Reit in Winkel, bestimmt auch wieder Gebühren bezahlen muss und doppelt muss ja nicht sein.

Nach der getanen Arbeit schnappte ich mir noch meine Kamera* und schaute mich mal in Hohenauschau um. Ich schaute mir das Hohenauschauer-Schloss natürlich nur von weiten an, da es ja Corona bedingt zu ist. Ging zu der Kampenwand Bahn. Dort könnte man auch parken. Der Parkplatz war ziemlich voll und kostenlos ist der auch nicht, auch wenn die Kampenwandbahn im Moment nicht fährt.

Dann spazierte ich noch an der Prien, ein Fluss der in den Chiemsee fließt, entlang. Dort findet man zahlreiche Sitzgelegenheiten. Sehr schön. Ich setzte mich auf eine Bank und genoss die Frühlingssonne.

Nach dem Abendessen, rief mich Rita noch über FaceTime an und wir besprachen, was jeder von uns so tagsüber erlebt hatte.

Nach dem Telefonat schaute ich mir noch meine Netflix Serie (Die Schlange) zu Ende und ging ziemlich früh zu Bett.

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